EIN STARKES FUNDAMENT IN DYNAMISCHEN ZEITEN
Wir leben in einer Zeit tiefgreifender Veränderungen. Geopolitische Spannungen, technologische Umbrüche und wirtschaftliche Unsicherheiten prägen das globale Umfeld. Gerade in solchen Phasen kommt stabilen Partnerschaften besondere Bedeutung zu. Die Strategie verdeutlicht, dass die großen Transformationsaufgaben unserer Zeit nur gemeinsam zu bewältigen sind. Klimaschutz, Energieversorgung, Fachkräftesicherung und vor allem die digitale Transformation erfordern abgestimmtes Handeln. Baden-Württemberg versteht sich dabei als aktiver Impulsgeber und Brückenbauer zwischen der Europäischen Union und der Schweiz. Ziel ist es, den bilateralen Weg weiter zu stärken und langfristig abzusichern.
ZENTRALE HANDLUNGSFELDER DER AGENDA
Die Agenda macht deutlich, dass die Zusammenarbeit nicht nur bewahrt, sondern in entscheidenden Zukunftsfeldern systematisch ausgebaut werden soll. Im Mittelpunkt stehen mehrere strategische Schwerpunkte:
- Innovation und technologische Souveränität
Im globalen Wettbewerb um Schlüsseltechnologien bündeln Baden-Württemberg und die Schweiz ihre Stärken. Gemeinsame Prioritäten liegen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantentechnologien, personalisierte Medizin sowie Luft und Raumfahrt. Kooperationen zwischen führenden Forschungseinrichtungen und Innovationsnetzwerken bilden dabei das Fundament für eine starke europäische Technologiebasis.1 - Wirtschaftliche Integration und Bürokratieabbau
Schweizer Unternehmen sind wichtige Investoren in Baden-Württemberg. Um diese enge wirtschaftliche Verbindung weiter zu stärken, setzt sich die Agenda für den Abbau technischer Handelshemmnisse und administrativer Hürden ein. Dazu zählen Erleichterungen im grenzüberschreitenden Dienstleistungsverkehr ebenso wie die Digitalisierung von Zoll und Verwaltungsprozessen.2 - Nachhaltige Mobilität und leistungsfähige Infrastruktur
Ein zentrales Ziel ist die Verlagerung von Verkehr auf klimafreundliche Verkehrsträger. Der Ausbau grenzüberschreitender Schienenverbindungen, die Elektrifizierung bestehender Strecken und koordinierte Angebotskonzepte sollen den Alltag im Grenzraum spürbar erleichtern. Darüber hinaus wird die Vision einer klimaneutralen Schifffahrt auf dem Bodensee bis zum Jahr 2040 verfolgt.3 - Energiesicherheit und Klimaschutz
Die Energiewende gelingt nur im engen Schulterschluss. Geplant sind ein intensiverer grenzüberschreitender Stromaustausch sowie der Aufbau einer gemeinsamen Wasserstoffinfrastruktur. Konkrete Projekte, etwa im Hochrheingebiet, unterstreichen den Anspruch, Versorgungssicherheit und Klimaschutz miteinander zu verbinden.4 - Wertepartnerschaft und demokratische Resilienz
Über wirtschaftliche Interessen hinaus betonen beide Seiten ihre gemeinsame Wertebasis. Bürgerbeteiligung, grenzüberschreitende Dialogformate und Demokratiekonferenzen sollen den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärken und Polarisierung entgegenwirken. Die Partnerschaft wird damit nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftlich weiter vertieft.5
Besonders hervorzuheben ist der breite Beteiligungsansatz. Die Agenda entstand nicht isoliert auf administrativer Ebene, sondern in einem offenen Dialogprozess. Kommunen, Verbände und zahlreiche weitere Akteure brachten ihre Perspektiven ein. Auch Bürgerinnen und Bürger aus der Grenzregion wurden gezielt beteiligt. Zudem wurden die Schweizer Grenzkantone sowie nationale Stellen in Bern konsultiert. Auf diese Weise wird sichergestellt, dass die formulierten Maßnahmen die tatsächlichen Lebensrealitäten im Grenzraum widerspiegeln und von einer breiten Basis getragen werden.6

DIE DIGITALISIERUNGSINITIATIVE BODENSEE ALS STRATEGISCHER HEBEL
Im Kapitel zur wirtschaftlichen Zusammenarbeit wird die Digitalisierungsinitiative Bodensee explizit als Leuchtturmprojekt benannt.7 Für uns als BZI ist das Anerkennung und Auftrag zugleich. Die Initiative ist fest im BZI verankert, wird von hier aus koordiniert und kontinuierlich inhaltlich weiterentwickelt. Als Strategieprojekt der Internationalen Bodensee Konferenz (IBK) zielt sie auf die digitale Transformation von Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft und bündelt die Kräfte der Region für eine zukunftsorientierte Entwicklung.

WORUM GEHT ES KONKRET?
Die Digitalisierungsinitiative ist in vier Module sowie eine Steuerungsgruppe gegliedert. Gemeinsam bündeln sie Maßnahmen, die insbesondere KMU und Verwaltungen in der internationalen Bodenseeregion bei der digitalen Transformation unterstützen:
IBK-FOKUS-WORKSHOPS
In grenzüberschreitenden Fachworkshops kommen Akteure aus Wirtschaft, Wissenschaft, Institutionen und Verwaltung zusammen. Sie beschäftigen sich mit aktuellen Themen wie Künstlicher Intelligenz, Cybersecurity und weiteren Treibern der digitalen und nachhaltigen Transformation. Ziel der Workshops ist es, konkrete und praxisnahe Ergebnisse zu erarbeiten und diese schriftlich zu dokumentieren.
DER KOMPETENZATLAS BODENSEE
Der Kompetenzatlas ist eine interaktive Plattform, die KMU dabei unterstützt, Kooperationspartner:innen, Veranstaltungen und Angebote rund um digitale und nachhaltige Transformation in der internationalen Bodenseeregion zu finden. Ergänzend bietet die Plattform eine Übersicht über Fördermöglichkeiten, Publikationen, Case Studies und weitere relevante Ressourcen.

DER BODENSEE SUMMIT DIGITAL
Die jährliche Leitveranstaltung hat sich als zentrale Konferenz für digitale Innovationen in der Bodenseeregion etabliert. Vertreter:innen aus Wirtschaft, Wissenschaft, KMU-nahen Institutionen, Politik und Verwaltung kommen hier zu wechselnden Themenschwerpunkten in einen direkten und interaktiven Austausch. Impulsvorträge aus Wirtschaft und Wissenschaft vermitteln aktuelles Wissen, während interaktive Formate Raum für vertiefende Diskussionen und neue Kooperationen schaffen.

Am 21. Oktober 2026 öffnet die HTWG Hochschule Konstanz wieder ihre Türen für den BODENSEE SUMMIT digital 2026. Unter dem Motto „Die Zukunft unternehmerisch und innovativ gestalten“ treffen Unternehmer:innen, Führungskräfte und Expert:innen zusammen, um Chancen zu erkennen, innovative Lösungen zu entwickeln und sich über die Herausforderungen der modernen Arbeitswelt auszutauschen. Wenn Sie einen Beitrag zum SUMMIT leisten möchten, um KMU und Verwaltungen in der Bodenseeregion innovativer und zukunftsfähiger aufzustellen, freuen wir uns über Ihre Nachricht an bzi@htwg-konstanz.de.
EXPERTENKREIS VERWALTUNGSDIGITALISIERUNG
Der Expertenkreis bietet einen regelmäßigen, grenzüberschreitenden und vertraulichen Austausch für Vertreter:innen der IBK-Staatskanzleien und -ministerien. Ziel ist es, die Dynamik der Verwaltungsdigitalisierung in der Bodenseeregion weiter zu stärken.
ARBEITSGRUPPE DIGITALISIERUNG
In der Steuerungsgruppe kommen politisch benannte Digitalisierungsexpert:innen aus Verwaltungen sowie Vertreter:innen relevanter Institutionen – etwa Netzwerke und Transferzentren – aus den zehn IBK-Teilregionen zusammen. Sie tauschen sich zu grenzüberschreitenden Digitalisierungsthemen und -initiativen aus und diskutieren die Inhalte und Entwicklungen der einzelnen Module.
WISSENSCHAFT ALS MOTOR FÜR WIRTSCHAFTLICHE STÄRKE
Die Schweiz-Strategie unterstreicht die Bedeutung einer engen Verzahnung von Wissenschaft und Wirtschaft. Genau hier setzen wir an. Die Hochschulen und Forschungseinrichtungen in der Vierländerregion Bodensee bilden exzellente Fachkräfte aus und generieren neues Wissen. Entscheidend ist jedoch, dass dieses Wissen auch in der regionalen Wirtschaft ankommt.
Als BZI verstehen wir uns als Brückenbauer zwischen Forschung und unternehmerischer Praxis. Wir initiieren Kooperationsprojekte, moderieren Innovationsprozesse und unterstützen Unternehmen dabei, neue Technologien in konkrete Anwendungen zu überführen.
FAZIT: AUFTRAG UND CHANCE ZUGLEICH
Die Schweiz-Strategie 2025 ist mehr als ein politisches Positionspapier. Sie ist ein klares Bekenntnis zu einer vertieften Partnerschaft zwischen Baden-Württemberg und der Schweiz. Dass die Digitalisierungsinitiative Bodensee darin als Leuchtturmprojekt verankert ist, bestätigt die strategische Relevanz unserer Arbeit. Wir wollen die Region aktiv mitgestalten, Innovationspotenziale heben und die digitale Transformation verantwortungsvoll vorantreiben.
Wir laden Unternehmen, Wissenschaftseinrichtungen, Start-ups, politische Entscheidungsträger und zivilgesellschaftliche Akteure ein, diesen Weg gemeinsam mit uns zu gehen. Wenn wir unsere Stärken bündeln, kann die Bodenseeregion zu einem Modellraum für digitale, nachhaltige und europäisch geprägte Innovation werden. Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, diese Vision entschlossen umzusetzen.