450 Teilnehmende aus Wirtschaft, Wissenschaft und Forschung trafen sich am Thurgauer Technologietag in der De Martin Group in Wängi zum großen Wissenstransfer. Zahlreiche hochkarätige Referenten gaben der Thurgauer Wirtschaft wertvolle Impulse zum Thema: «Erfolg durch Innovation – Ideen für einen wettbewerbsfähigen Industriestandort Thurgau.»
Daniel Wessner, Präsident des Thurgauer Technologieforums, eröffnete die Veranstaltung mit den Worten: «Tradition, Innovation und Mut treffen sich heute hier in Wängi.» Er betonte, dass Innovation der Schlüssel sei, um langfristig erfolgreich zu sein, Arbeitsplätze zu sichern und den Wohlstand im Thurgau zu erhalten. Regierungsrat Walter Schönholzer ergänzte, dass Thurgauer Unternehmen zwar bereits innovativ seien, sich aber nicht auf ihren Lorbeeren ausruhen dürften, da ständige Weiterentwicklung unerlässlich sei.
Um die Relevanz dieser Aussagen zu untermauern und aufzuzeigen, wie Innovation in der Praxis gelebt wird, präsentierten elf Rednerinnen und Redner in ihren Impulsreferaten konkrete Beispiele. Dr. Lorenz Herrmann von der Empa zeigte auf, wie neue Wege in der Chipherstellung mittels Kohlenstoff-Nanostreifen eingeschlagen werden. Auch im medizinischen Bereich forscht die Empa an kostengünstigen Herstellungsmethoden aus Aluminiumoxid-Nanokeramik zur Behandlung von Hautkrankheiten wie Neurodermitis.
Ein weiteres Innovationshighlight war die Vorstellung des Schweizer Startup RoBoa, einem Spin-off der ETH Zürich. Ihr pneumatischer Schlangenroboter ermöglicht unter anderem die Glasfaserverlegung ohne aufwendige Grabungen. Der Roboter nutzt ein «Growing»-Prinzip, bei dem er sich durch Innendruck ausstülpt und so reibungsfrei selbst durch engste, verwinkelte Rohrleitungen vom Schacht bis ins Haus gleitet, was den Aufwand für Straßenaufbrüche minimiert und somit massiv Zeit und Kosten spart. Diese Innovation wurde bereits mit dem Swiss Technology Award 2024 ausgezeichnet.
Neben inspirierenden Impulsen bot der Thurgauer Technologietag eine vielfältige Innovationsmesse, an der Hochschulen, Forschungsinstitute und Unternehmen ihre Innovationen vorstellten. Gastgeber Thomas De Martin, CEO der De Martin Group, demonstrierte die Relevanz von Innovation mit der Einreichung eines Patents für eine neue Beschichtung von Bremsscheiben für Fahrräder. Die Technologie senkt die Temperatur um 30% und ermöglicht eine deutlich präzisere Dosierung der Bremskraft ohne Ruckeln. Besonders schwere E-Bikes und Lastenvelos profitieren davon, da die Bremsscheibe dadurch länger haltbar ist.
Ein weiteres innovatives Projekt präsentierte die cross-ING Bodensee AG aus Kreuzlingen. In Zusammenarbeit mit der EKT-Energiestiftung werden aktuell in Bürglen erste Funktionstests zur Wärmegewinnung aus Fließgewässern durchgeführt. Ziel ist es, laut CEO Markus Baffy: «Wärme gewinnen mit einem möglichst kleinen Impact auf die Natur.» Die Firma aus Kreuzlingen hat dafür drei verschiedene Verdampfer entwickelt.
Als konkrete Maßnahme zur weiteren Stärkung der Innovationskraft lanciert der Kanton Thurgau den Innovationsfonds. Das bisherige Angebot des Thurgauer Technologieforums wird künftig in eine Stiftung überführt. Ergänzend sollen Thurgauer KMU künftig in ihren Innovationsvorhaben finanziell unterstützt werden. Die Gelder fließen dabei in einen Hochschul- oder Forschungspartner, der in das Projekt involviert ist. Regierungsrat Walter Schönholzer betonte: «Wir läuten ein neues Zeitalter für die Innovation im Thurgau ein», um die Innovationskraft und die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und des Kantons nachhaltig zu steigern.